HOFA Audio-Engineer

So darf ich mich ab sofort nennen 🙂

Nach knapp 14 Monaten Ausbildung durch das HOFA-College im Tontechnik-Fernkurs „HOFA Pro“ habe ich jetzt meine Abschlussprüfung bestanden und bin ein gelernter Audio-Engineer.

Grund genug meine Erfahrungen hier Revue passieren zu lassen – vielleicht denkt der ein oder andere von euch über einen Kurs am HOFA College nach und kann mit dem folgenden Bericht leichter entscheiden.

Was jetzt folgt ist lang uva. subjektiv – viel Spaß 😉

Warum eine Ausbildung zum Audio-Engineer?
Seit ich denken kann begleitet mich die Musik – sie ist mein liebstes Hobby. Ich spiele verschiedene Instrumente und schreibe Songs. Irgendwann kam in mir der Wunsch auf, die Songs ordentlich aufzunehmen, also habe ich autodidaktisch mit der Einarbeitung ins klassische Homerecording begonnen. Unzählige Stunden habe ich im Web und in Foren verbracht, Youtube Videos gesehen, Bücher gelesen und per trial and error meine Mischungen verbessert. Irgendwann war ein Jahr vergangen und meine Vortschritte stagnierten. Ich konnte mittlerweile viele Halbweisheiten erkennen und die Spreu vom Weizen in der Informationsflut des Internets trennen.

Tja und trotzdem bin ich nicht weitergekommen, denn die Information und das Wissen reichten nicht – zusätzlich brauchte ich Praxiserfahrung. Genau die erhoffte ich mir durch eine professionelle Ausbildung zu erhalten.

Warum das HOFA College?
Die HOFA hat einen guten Namen und steht für Qualität. Meine Erwartung war, dass die Tutoren hier nicht nur Tutoren sind, sondern viel Praxiserfahrung mitbringen. In einschlägigen Foren habe ich mich informiert – natürlich gibt es Konkurrenz zum HOFA College, diese ist aber der allgemeinen Meinung nach nicht wirklich empfehlenswert. So habe ich auf den guten Namen der HOFA und die Meinungen vieler anonymer Internetnutzer vertraut und meine Ausbildung im HOFA College begonnen.

Praxiserfahrung durch Praxismischungen
Neben dem Namen der HOFA und den Meinungen der „Anderen“ hat mich am Konzept der HOFA Ausbildung die Sache mit den „Praxismischungen“ besonders neugierig gemacht. Man erhält als Student Einzelspuren von Aufnahmen, die im HOFA Studio oder unter Homerecording Bedingungen entstanden sind und erstellt daraus monatliche Praxismischungen. Diese Mischungen reicht man ein und erhält knapp 10 Tage später eine sehr ausführliche Analyse der Mischung zurück. Die Analyse teilt sich grob in zwei Bereiche auf. Zum Einen die Kritik, die sehr individuell gestaltet und äußerst hilfreich ist und zum Anderen die Dokumentation, wie HOFA den Song gemischt hat (dieser Teil sieht wohl bei allen Studenten ähnlich aus). Zusätzlich gibt es noch einen Referenzmix, mit dem man seine Mischung vergleichen kann.

Genau in diesem Lernansatz mit den Praxismischungen steckt das enorme Potenzial der Ausbildung. Du mischst einen Song und machst „Fehler“. Die Tutoren decken diese Fehler auf und zeigen dir, wie man es hätte besser machen können – klasse!

Theorie ist wichtig

Ja das stimmt 🙂

Der theoretische Teil der Ausbildung ist gewissenhaft und professionell ausgearbeitet. Mir fiel es leicht das Vermittelte zu verstehen – im Vergleich zum praktischen Teil hat mir der Theorieteil aber nicht so viel gebracht (evtl. dadurch bedingt das ich vorab bereits entsprechende Fachbücher gewälzt hatte). Positiv anzumerken ist allerdings, dass der Theorieteil immer wieder mit Hörbeispielen veranschaulicht wird und dass am Ende jeder Lerneinheit Hörübungen durchzuführen sind – das lockert auf und bringt wieder mehr Praxis.

Zeiteinteilung
Damals lagen die Schätzungen der HOFA bei einem monatlichen Zeitaufwand von knapp 10 Stunden – mir hat diese Zeit nie gereicht. Geht man das Theoriematerial gewissenhaft durch, ist man damit durchschnittlich gut 3 Stunden beschäftigt. Die Praxismischung ist für mich der Zeitkiller gewesen – anfänglich beschäftige ich mich gute 15 Stunden mit einer Mischung und der anschließenden Analyse. Rechnet also eher mit guten 20 Stunden, die ihr über einen Monat verteilt für die Ausbildung aufbringen müsst.

Kritik gewünscht?
Genauso wie mir die HOFA Tutoren schonungslos meine Fehler um die Ohren gehauen haben, werde ich nun meine Kritik zurückschleudern 😉

Die Praxismischungen sind zu glatt! Die Aufnahmen der Songs sind perfekt und bereits editiert. Ihr werdet auf den Rohspuren keine Spielfehler mehr finden, kein übermäßiges Übersprechen der Schlagzeugmikrofone, keine Vocals die out of tune sind, oder eine Basslinie die nicht perfekt auf die Drums passt. Für manche mag das ein Vorteil sein, da sie sich rein aufs Mischen konzentrieren können – für mich ist das aber ein Kritikpunkt. Das Editieren der Aufnahmen ist auch im Homerecordingumfeld extrem wichtig und nimmt viel Zeit in Anspruch. Hier hätte ich mir einen Einblick in die Trickkiste der Profis gewünscht.

Zweiter Kritikpunkt ist das Theoriematerial, das sich super zum Durcharbeiten eignet. Sobald ihr aber nur mal schnell etwas nachschlagen wollt, scheitert ihr weil es weder ein Gesamtinhaltsverzeichnis noch einen Gesamtindex gibt. In jedem Fachbuch findet ihr gezielte Information somit wesentlich schneller. Das ist schade, weil die Inhalte des Skriptes sehr gut aufbereitet sind und es wert wären nochmal „nachgeschlagen“ zu werden.

Noch nicht erwähnt habe ich den Online Campus. Leider muss ich diesen auch als Kritikpunkt aufnehmen. Versteht den Online Campus als eine Plattform auf der in regelmäßigen Abständen Tutorial Videos zu einzelnen Themengebieten erscheinen. Diese Videos sind gut und haben Mehrwert (auch wenn viele Themen davon per Youtube ebenfalls von der Konkurrenz behandelt werden und frei zugänglich sind), aber unter einem Campus verstehe ich auch einen Platz, an dem sich Studenten austauschen können. Ein moderiertes Forum für HOFA Studenten z.B. in dem man sich gezielt über Praxismischungen oder Theorieteile austauschen kann – leider gibt es so etwas im Campus aber nicht 🙁

Um diesen Punkt etwas zu relativieren muss ich aber eingestehen, dass die Kosten für die Ausbildung wohl kaum so günstig sein könnten, wenn ein moderiertes Forum gemanaged werden müsste.

Die Kosten-Nutzen-Rechnung
Damals habe ich knapp 1300€ für den PRO Kurs mit 12 Praxismischungen gezahlt. Das ist ein Hammerpreis! Wenn ich nur den Zeitaufwand für die Analyse der Praxismischung rechne (und mal großzügig abrunde) komme ich auf ca. 100€ für eine Analyse meiner Mischung. Btw. so eine Analyse wird immer von zwei Tutoren durchgeführt und ich schätze das hier insgesamt pro Analyse knapp 4 Mannstunden Arbeitsaufwand drin stecken. Laut Frau Milchmädchen wäre das ein Stundensatz von 25€ für Profifeedback.

So und jetzt bekommt ihr für die 25€ eben nicht nur das Feedback, sondern auch noch ein Jahr Zugang zum Online Campus und ein sehr gutes Theorieskript. Wem das nicht reicht, dem kann ich nur versichern, dass sich die HOFA Tutoren nicht lumpen lassen euch darüber hinaus bei Problemen gezielt mit Hilfe zur Seite zu stehen – sei es per Email oder telefonisch.

Preis-Leistung = Top!

Lessons Learned und Fazit
Ich habe es nicht bereut den HOFA Kurs gemacht zu haben, er hat mich auf meinem Weg vorangebracht und vor manch falscher Abzweigung bewahrt. Der Kurs alleine macht niemanden zum Audio-Engineer, aber er bereitet sehr gut auf die Aufgaben eines Audio-Engineers vor und bietet eine fundierte Basis für das weitere Lernen.

Während der Ausbildung ist mir mehr denn je bewusst geworden, dass neben all der Theorie die Praxis extrem wichtig ist. Deswegen nutzt die vielen Praxismischungen und lernt aus den Analysen!

Wem kann ich den Tontechnik-Fernkurs HOFA PRO empfehlen?
Ich kann diesen Kurs all denen nur wärmstens empfehlen, die sich mit der Materie Homerecording und Mixing schon eine gewisse Zeit beschäftigt und Wissen angeeignet  haben. Es ist dabei egal, ob es sich um Halbwissen oder fundiertes Wissen handelt, denn im Laufe der Ausbildung werdet ihr zu unterscheiden wissen, welche Teile eures Könnens auf Halbwahrheiten beruhen und welche Teile durch die HOFA bestätigt werden. Vielleicht findet ihr auch den ein oder anderen Punkt, an dem ihr der Meinung seid, dass die HOFA „falsch“ liegt – das ist durchaus möglich, also bleibt kritisch und sobald ihr ein Themengebiet verstanden habt, hinterfragt es wieder – bleibt neugierig!

Habt Vertrauen darauf, dass die HOFA Tutoren ihr Fach verstehen – denn sie haben einen Namen zu verlieren und können sich nicht in die Anonymität des Internets verkriechen, wenn sie fachlichen Mist verzapfen 😉

In diesem Sinne – vielen Dank für die tolle Zeit als HOFA Student und die vielen Dinge dich ich lernen konnte!

Danke an alle Leser, die meinen subjektiven Bericht bis zu Ende verfolgt haben 😉

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